Projekt Schulung Interessenvertreter

Projekt „Schulung Interessenvertretung Psychiatrieerfahrener“

Aktuelle Situation

Im Bereich der Psychiatrie haben sich Anfang der 1990er Jahre Psychiatrieerfahrene organisiert, um ihre Interessen gemeinsam politisch durchzusetzen. Trotz der großen Anzahl von Psychiatrieerfahrenen, stellte sich heraus, dass sich zu wenige dafür entschieden, in dieser Weise aktiv zu werden.

Dafür könnte es folgende Gründe geben:

  1. Um Interessenvertretung erfolgreich auszuüben, braucht es fundiertes Wissen über die Organisation und Strukturierung der psychiatrischen Hilfen
  2. Es ist anfänglich schwierig die Sprache der Fachpersonen zu verstehen
  3. Bei Interessenvertretung braucht es meist einen langen Atem, bis Erfolge der Lobbyarbeit sichtbar werden. Oft sind viele Sitzungen nötig, um Anliegen durchzusetzen oder sie zeigen sich nur in kleinen Teilerfolgen – wenn überhaupt
  4. Weil Gremien und Veranstaltungen in der Regel tagsüber stattfinden, ist es berufstätigen Psychiatrieerfahrenen kaum möglich daran teilzunehmen.

Tatsache ist, dass in vielen Landkreisen im Bereich der Psychiatrie in Baden-Württemberg – zum Beispiel in den Gremien der Gemeindepsychiatrischen Verbünde – Interessenvertreter fehlen und es kaum lokale Selbsthilfegruppen bzw. Selbsthilfeorganisationen gibt, die nach außen wirken wollen.

Da Partizipation der Betroffenen ein Ziel moderner, demokratischer Politik ist und auch das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz in Baden-Württemberg ausdrücklich die Beteiligung Psychiatrieerfahrener vorsieht, sollte es ein Ziel aller sein, diese zu verwirklichen.

Dies ist die aktuelle Situation, die dazu geführt hat, dass der Peer-Dienstleister PeerCom das Projekt „Schulung Interessenvertretung Psychiatrieerfahrener“ plant.

Projektplanung

Schritte zu Erreichung des SIB-Projektziels in Baden-Württemberg eine Schulung für InteressenvertreterInnen aus dem Bereich der Psychiatrie zu konzipieren und zu installieren könnten sein:

  1. Gründung eines trialogischen Arbeitskreises mit kompetenten Personen, die fachlich und inhaltlich das Curriculum der Schulung erarbeiten.
    Festlegung der Rahmendaten wie Umfang, Dauer, Ort der Veranstaltung, Kosten, Referenten, etc.
  2. Sichern der Projektfinanzierung
  3. Ein Werbekonzept erstellen und KursteilnehmerInnen finden
  4. Kooperationen eingehen, zum Beispiel mit der AG Partizipation BW, dem LV Psychiatrie-Erfahrener BW e.V. oder dem LV Gemeindepsychiatrie BW e.V.

Gewünschte Ergebnisse sind:

Flächendeckend Interessenvertretung Psychiatrieerfahrener in Baden-Württemberg in den Gemeindepsychiatrischen Verbünden zu stärken durch eine motivierende, die Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden erhöhende Schulung.
Finden von mehr psychiatrieerfahrenen InteressenvertreterInnen, die sich auch auf der Landesebene engagieren.

Projektstart

Als Projektstart ist momentan September 2018 geplant. Dies hängt jedoch auch noch von bestimmten Kontextfaktoren ab, die noch nicht endgültig geklärt sind.

Rainer Höflacher / 31.3.2018