Salutogenese

Salutogenese geht davon aus das niemand vollständig krank bzw. vollständig gesund ist. Jeder trägt also auch gesunde Anteile in sich, die es zu stärken gilt. Die Frage ist nicht „Was macht uns krank?“ sondern „Was macht bzw. hält uns gesund?“. Wir versuchen unser Kohärenzgefühl zu entwickeln. Das beinhaltet, dass wir das Gefühl haben, uns und die Welt zu verstehen, unserem Leben und unserer Situation einen Sinn zu geben und dass das, was wir tun eine Wirkung hat und nicht umsonst ist. So nehmen wir das Thema Gesundheit in den Fokus und machen uns frei davon, uns krank und schlecht zu fühlen.

Salutogenese komprimiert

  • Salutogenese = Entstehung von Gesundheit – im Gegensatz zu Pathogenese (Entstehung von Krankheit)
  • Entscheidend ist die Frage „Was macht mich bzw. hält mich gesund?“ und nicht die Frage „Was macht mich krank?“ Der Fokus liegt also auf der Förderung von Gesundheit und nicht auf der Behandlung von Krankheit
  • Jeder Mensch hat zu jeder Zeit gesunde UND kranke Anteile. Niemand ist ausschließlich krank oder ausschließlich gesund. Das Verhältnis von gesund und krank kann sich über die Zeit verändern
  • Die Entwicklung des Kohärenzsinnes ist wesentlich für seelische Gesundheit. Dieser erklärt sich durch:
    1. das Gefühl der Problematik ein Sinn geben zu können. (Sinnhaftigkeit)
    2. das Gefühl Zusammenhänge zu verstehen. (Verstehbarkeit)
    3. das Gefühl mit Problemen umgehen zu können und selbstwirksam zu sein. (Handhabbarkeit)

 

Definitionen von Gesundheit

  • WHO: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ („Health is a state of complete physical, mental and social wellbeing and not merely the absence of disease or infirmity.”)
  • T. Parson (Medizinsoziologe): „Gesundheit ist ein Zustand optimaler Leistungsfähigkeit eines Individuums, für die wirksame Erfüllung der Rollen und Aufgaben für die es sozialisiert (Sozialisation = Einordnungsprozess in die Gesellschaft, Normen- und Werteübernahme) worden ist.“
  • Hurrelmann (1990) definiert Gesundheit als: „ Zustand des objektiven und subjektiven Befindens einer Person, der gegeben ist, wenn diese Person sich in den physischen, psychischen und sozialen Bereichen ihrer Entwicklung im Einklang mit den eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den jeweils gegebenen äußeren Lebensbedingungen befindet.“
  • „Gesundheit ist eine Fähigkeit zur Problemlösung und Gefühlsregulierung, durch die ein positives seelisches und körperliches Befinden – insbesondere ein positives Selbstwertgefühl – und ein unterstützendes Netzwerk sozialer Beziehungen erhalten oder wieder hergestellt wird.“

siehe: http://gesundheitsmanagement.kenline.de/html/definition_gesundheit_krankheit.htm