Gemeindepsychiatrischer Verbund

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Was ist der Gemeindepsychiatrischer Verbund (GPV)?

Der Gemeindepsychiatrische Verbund (GPV) ist eine Organisationseinheit mit allen für die psychiatrische und psychosoziale Versorgung eines Stadt- oder Landkreises relevanten Akteuren, wie Vertreter der Leistungserbringer, der Leistungsträger, der Angehörigen psychisch Erkrankter und der Psychiatrieerfahrenen – in manchen Kreisen auch von engagierten Bürgern. Die Aufgabe der Moderation hat die Stadt- oder Landkreisverwaltung. Ziele des GPV sind die gemeinsame Planung und Gestaltung der kommunalen psychiatrischen Versorgung. Dabei wird eine hohe Transparenz für alle Beteiligten angestrebt. Allerdings hat der GPV keine rechtlich bindende Einflussmöglichkeiten auf die Mitglieder.

Da PeerCom-MitarbeiterInnen alle psychiatrieerfahrene Peers sind, interessiert PeerCom vor allem die Umsetzung der Interessenvertretung der psychiatrieerfahrenen Menschen im GPV. Folgende Ideen hat dazu PeerCom:

Maßnahmen zur Etablierung von Interessenvertretung im GPV

  1. KlientenInnen/PatientInnen auf breiter Basis ansprechen
  2. Klassische Selbsthilfe fördern
  3. WfbM-Mitarbeitende ansprechen
  4. Thema im GVP besprechen
  5. PsychiatriekoordinatorInnen involvieren
  6. Mentorenprinzip anwenden
  7. Es braucht Protagonisten
  8. Nutzerorientierte Veranstaltungen durchführen
  9. (Finanzielle) Anreize für die Interessenvertreter sicherstellen

 

Günstige persönliche Voraussetzungen der InteressenvertreterIn

  1. Geduld mit sich selbst, bis man/frau in den Themen drin ist und sich daran gewöhnt hat in der Öffentlichkeit zu sprechen
  2. Den Wunsch etwas zu verändern
  3. Mit kleinen Erfolgen zufrieden zu sein
  4. Lust zum Diskutieren
  5. Erfahrungen mit dem psychiatrischen Hilfesystem
  6. Eine Gruppe für die man/frau sprechen kann und gute Kontakte zu anderen Psychiatrieerfahrenen
  7. Den Wunsch die Situation Psychiatrie-Erfahrener zu verbessern

Weitere Aspekte der Arbeit als InteressenvertreterIn

  1. InteressenvertreterInnen müssen gleichberechtigt Informationen bekommen wie andere GPV-Mitglieder (eMailverteiler, Konzepte, Protokolle, Einladungen, …)
  2. InteressenvertreterInnen müssen sich der Problematik der Instrumentalisierung durch andere GPV-Mitglieder bewusst sein
  3. Was ist der persönliche Nutzen der Arbeit als InteressenvertreterIn
  4. Die Gelegenheit Psychiatrie mit zu gestalten
  5. Interessante Begegnungen
  6. Wissenszuwachs zu psychiatrischen Themen
  7. Für Menschen ohne Arbeit: eine sinnvolle Aufgabe
  8. Eventuell Verdienstmöglichkeiten
  9. Für unsichere Menschen: eine besseres Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein